Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft - Thüringenspezifisch. Ambitioniert. Erlebbar.

Die Digitalisierung ist – wenn sie erfolgreich betrieben wird – ein Wachstumsprogramm für Thüringen, für Deutschland und für Europa insgesamt.

Wir stehen vor historischen Chancen für die Verbindung von lokalem Mittelstand und globalen Märkten, Staat und Bürger, Stadt und Land, Forschung und Anwendung, Beruf und Familie, Patient oder Pflegebedürftigem mit dem Arzt oder Betreuer.

Die Digitalisierung bietet vielfältige Möglichkeiten, gerade auch für den Mittelstand: Neue Produkte können schneller hergestellt, Kundenwünsche besser berücksichtigt, neue Geschäftsfelder und Services angeboten werden.

Es ist die gemeinsame Auffassung der Landesregierung, dass die digitale Transformation vor allem dann gelingen wird, wenn alle Akteure ihre Kräfte und Ressourcen bündeln und gemeinsam zukunftsweisende Projekte voranbringen. Dazu bedarf es einer umfassenden und auf die unterschiedlichen Lebensbereiche ausgerichteten Strategie, welche sowohl die Auswirkungen der Digitalisierung in ihrer gesellschaftlichen Dimension erfasst, als auch Folgen, Perspektiven und Maßnahmen in den einzelnen Lebensbereichen differenziert aufzeigt und mit konkreten Lösungen und Handlungsvorgaben untersetzt. Für eine bestmögliche Nutzung der Chancen soll eine landesübergreifende Digitalstrategie Handlungsbedarfe identifizieren, Leitthemen bzw. Handlungsfelder definieren und wirkungsvolle im Sinne von thüringenspezifischen, ambitionierten und für die Bürgerinnen und Bürger erfahrbaren Maßnahmen ableiten.

Die Thüringer Landesregierung hat sich daher dazu entschieden, diesen gesamtgesellschaftlichen Wandel auf Grundlage eines breiten Beteiligungs- und Ausgestaltungsprozesses mit einer Thüringer Strategie für die Digitale Gesellschaft aktiv zu gestalten.

Breitbandausbau - Ausbauförderung und Glasfaserstrategie

Rund 88 % aller Haushalte in Thüringen verfügen über 30 Mbit/s und bereits rund 84 % über mindestens 50 Mbit/s (Stand Juni 2018). Da gerade im ländlichen Raum allerdings oftmals kein flächendeckender Breitbandausbau durch den Markt stattfindet und somit unterversorgte Gebiete bestehen bleiben, stehen den Kommunen sowohl ein Bundes- als auch ein Landesförderprogramm zur Verfügung. Angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen des Freistaates ist es das Ziel, im größtmöglichen Umfang Mittel seitens des Bundes zu akquirieren und mit Landesmitteln zu ergänzen.

Durch das intensive Engagement aller beteiligten Akteure konnte erreicht werden, dass alle Förderanträge aus Thüringen im Bundesförderprogramm erfolgreich bewilligt werden konnten. Die Thüringer Gebietskörperschaften, in denen sich noch unterversorgte Gebiete befinden, arbeiten nunmehr mit großem Einsatz daran, ihre Förderverfahren erfolgreich umzusetzen, um zur Schließung von Versorgungslücken beizutragen. Die Mehrheit der Anschlüsse soll dabei bereits mit Glasfaser bis in das Gebäude erschlossen werden. Des Weiteren wurden durch die Projektverantwortlichen im Rahmen der Förderung in „weißen Flecken" bereits Fördermittel für über 750 Thüringer Schulen beantragt, um dort eine direkte Glasfaseranbindung zu erreichen.

Ein weiteres Ziel besteht darin, schon bei heutigen Förderprojekten die Grundlagen für das künftige Glasfasernetz zu schaffen. Deshalb sind in der Glasfaserstrategie die aktuelle Förderung von Versorgungslücken und der zukünftige Glasfaserausbau miteinander abgestimmt. Sowohl die Anpassungen in den Förderprogrammen des Bundes als auch des Landes werden dazu beitragen, das vom Freistaat Thüringen verfolgte Infrastrukturziel, d.h. die langfristige Erneuerung der bestehenden Kupferinfrastruktur hin zu einer nachhaltigen, zukunftsfähigen Glasfaseranbindung bis in die Gebäude zu erreichen.

Meilensteine der Glasfaserstrategie Thüringen

  1. Flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen in Thüringer Gewerbegebieten und für Thüringer Unternehmen mit besonderem Bedarf bis zum Jahr 2022
  2. Flächendeckende Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen für Thüringer Bildungs- und Forschungseinrichtungen, insbesondere Schulen, bis zum Jahr 2023
  3. Flächendeckende Anbindung der Verwaltungseinrichtungen sowie öffentlichen Gebäude des Landes und der Kommunen an das Glasfasernetz bis zum Jahr 2024
  4. Flächendeckende Verfügbarkeit von konvergenten* Gigabit-Netzen in jeder Gemeinde, möglichst direkt bis zum Gebäude, bis zum Jahr 2025
  5. Erreichung der angestrebten flächendeckenden Versorgung mit Glasfaseranschlüssen

* beschreibt das Zusammenwachsen vormals getrennter Netze, z. B. Mobilfunk, Festnetz und Fernsehen

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