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Thüringen siegreich bei Förderprogramm des Bundes für die Regionen


Projekte zu nachhaltigem Bauen, Holzwertschöpfung im Schwarzatal und Gesundheitsversorgung in Mittel- und Ostthüringens beginnen mit Umsetzung

Drei überzeugende Projekte aus Thüringen konnten beim Bundesprogramm „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ siegreich hervorgehen. Damit können die Forschungsgruppen der Fachhochschule Erfurt, der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar und am Universitätsklinikum Jena nun in die sechsjährige Umsetzungsphase gehen. Die Projekte werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit jeweils bis zu 15 Millionen Euro gefördert. WIR! ist Bestandteil der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ des Bundes. Mit 16 Projekten ist Thüringen derzeit in den Förderprogrammen im Ländervergleich am zweitstärksten vertreten. „Diese starke Präsenz zeugt von der ausgeprägten Bereitschaft der Thüringer Forschungslandschaft, in neue Richtungen zu denken“, betont Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Die Projekte bündeln die in Thüringen vorhandenen innovativen Kräfte und können so die Wertschöpfung in der Region steigern.“

Im Projekt renat-BAU der Materialforschungs- und -prüfanstalt an der Bauhaus-Universität Weimar zusammen mit dem Thüringer Innovationszentrum für Wertstoffe (ThIWert) und weiteren Partnern aus Forschung und der thüringischen Bauindustrie sollen Konzepte für nachhaltiges Bauen und zur Schonung der Ressourcen entwickelt werden. Ganzheitliche Lösungen für eine energiereduzierte, klima- und umweltschonende Herstellung von Baustoffen und Bauteilen in Verbindung mit sich verändernden Stoffströmen und Verfügbarkeiten leisten einen wesentlichen Beitrag zum Umwelt- und Ressourcenschutz.

Das Bündnis aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, der Pollmeier Massivholz GmbH & Co.  und Kommunen Holz-21-regio an der Fachhochschule Erfurt unter der Leitung von Prof. Erik Findeisen hat sich zum Ziel gesetzt, den Wertstoffkreislauf des Holzes in der Region Rennsteig-Schwarzatal durch wissenschaftlich-technologische und wirtschaftliche Ansätze neu zu definieren und so die Region nachhaltig zu einem zukunftsträchtigen Wirtschaftsstandort zu entwickeln. Am konkreten Beispiel Thüringer Wald soll die Wertschöpfungskette Wald-Holz-Gesellschaft für einen Strukturwandel im ländlichen Raum entwickelt werden, ohne jedoch das Wohl der darin lebenden Menschen und die ortstypische Biodiversität zu beeinträchtigen.

Mit dem Projekt „WeCaRe“ will die Universitätsklinik Jena gemeinsam mit regionalen Partnern ein Konzept für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Regionen Mitteldeutschlands entwickeln. Der demografische Wandel erschwert die Versorgung von Krebspatienten im ländlichen Raum gleich doppelt: Die Bevölkerung ist hier nicht nur überdurchschnittlich von dieser Alterserkrankung betroffen, es fehlt auch an einer für sie gut erreichbaren spezialisierten Medizin-Infrastruktur. Ziel des Projekts ist deshalb die Verbesserung der wohnortnahen onkologischen Versorgung.


Das Förderprogramm WIR! – Wandel durch Innovation in der Region ist Teil der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“, mit der der Bund den Wandel in strukturschwachen Regionen unterstützt. Allein bis 2025 stehen für „Innovation & Strukturwandel“ rund 600 Millionen Euro bereit. Im WIR-Programm starten derzeit bundesweit insgesamt 23 Projekte in die Umsetzungsphase. Bereits 2017 hat das BMBF das WIR!-Programm als erstes Pilotprogramm der Programmfamilie „Innovation & Strukturwandel“ gestartet. Diese erste Auswahlrunde war noch auf Ostdeutschland begrenzt. Im März 2019 wurden dann die überzeugendsten 20 Bündnisse für die fünfjährige Umsetzungsphase ausgewählt, in der drei Thüringer Konsortien erfolgreich waren. Begleitet werden die Projekte durch das Thüringer Wissenschaftsministerium sowie das Thüringer Clustermanagement (ThCM, www.cluster-thueringen.de) der Thüringer Landesentwicklungsgesellschaft.

 

Peggy Hoy
Stv. Pressesprecherin

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