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Thüringen und Sachsen-Anhalt werden ein Standort im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit


Thüringen und Sachsen-Anhalt werden ein Standort im Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit

Thüringen (Jena) und Sachsen-Anhalt (Magdeburg und Halle) werden gemeinsam einen von sechs Standorten im neuen Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit (DZP) bilden. Dies gab das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) heute bekannt. „Das ist ein wichtiger Baustein im Ausbau der exzellenten Gesundheitsforschung und ein weiterer Meilenstein für die Positionierung der ostdeutschen Forschungslandschaft“, betont Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. „Mit seinen gebündelten Kompetenzen besitzt der mitteldeutsche Standort eine Schlagkraft, die nicht nur national und international sichtbar, sondern auch die bereits bestehenden Deutschen Gesundheitsforschungszentren enorm bereichern wird.

Der mitteldeutsche, und einzige ostdeutsche Standort im DZP, den zukünftig federführend das Universitätsklinikum in Jena koordiniert, wird sich mit der „Intervention und Erforschung adaptiver und Maladaptiver Netzwerke des zentralen Nervensystems für die psychische Gesundheit (Center for Intervention and Research on adaptive and maladaptive brain Circuits underlying mental health/C-I-R-C) befassen. Schwerpunkt seiner Aktivitäten ist die Erforschung der Einflüsse der Neuro-Psycho-Immunologie auf die Funktionsweise des Gehirnes: Im Zentrum der Forschung steht die Verbindung von Entzündungsprozessen und menschlichem Verhalten und damit verbundene Auswirkungen auf die seelische Gesundheit. Dafür wird sowohl im Bereich der experimentellen Grundlagenforschung als auch in der klinischen Forschung gearbeitet. Der Sprecher der Initiative Prof. Dr. Martin Walter, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena, beschreibt die zentrale Idee: „Wir wollen zur Erhaltung der psychischen Gesundheit und zur Behandlung ihrer Störungen den ganzen Patienten in den Blick nehmen und vor allem den Einfluss von Immunfaktoren, aber auch vom Darm-Mikrobiom auf die Gehirnfunktion erforschen.“ Zur Unterstützung des DZP wird der Freistaat Thüringen weiter in den Ausbau der biomedizinischen und klinischen Forschung investieren – etwa bei der Bereitstellung notwendiger Forschungsflächen und technischer Infrastruktur oder der Erweiterung der Kinder- und Adoleszenzpsychiatrie.

„Unsere langjährigen, sehr sorgfältig geplanten Investitionen in den Ausbau biomedizinischer Kompetenzen und Infrastrukturen haben dazu beigetragen, Jena in der Spitze der internationalen Exzellenzstandorte zu platzieren. Das ist ein großartiger Erfolg! Der gemeinsam von Thüringen und Sachsen-Anhalt eingereichte Antrag setzt genau an den Stellen an, für die wir uns in Thüringen bereits stark engagiert haben“, betont Tiefensee. So ist beispielsweise das DLR-Institut für Datenwissenschaften eine wichtige Partnereinrichtung, in die bis zum Jahr 2024 mehr als 20 Millionen Euro investiert werden. Darüber hinaus flankieren auch das „Thüringer Innovationszentrums für Medizintechnik-Lösungen im Bereich Optik (ThIMEDOP)“ und das „Zentrum für translationale Medizin (CeTraMed)“ den Zwei-Länder-Antrag thematisch, die in den vergangenen Jahren mit mehr als 23 Millionen Euro aus Landes- und EU-Mitteln unterstützt wurden. „Hier haben wir gute infrastrukturelle Vorarbeit geleistet, die dem mitteldeutschen Konzept nun einzigartige synergistische Strukturen schafft“, so Tiefensee.

Insgesamt hatten sich im November 2020 zwanzig Vorhaben um Standorte innerhalb des neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit beworben. Im Ergebnis des durch ein internationales Gutachtergremium geleiteten Auswahlprozesses werden neben Jena/Magdeburg/Halle auch die Standorte München, Berlin, Mannheim, Tübingen und Bochum das zukünftige DZP bilden. Nach der nun anstehenden gemeinsamen Konzeptentwicklungsphase wird das DZP Mitte 2022 seine Arbeit aufnehmen und durch eine Bund-Länder-Finanzierung dauerhaft gefördert werden. Mit dem neuen Deutschen Zentrum für Psychische Gesundheit und dem parallel geplanten Deutschen Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin erweitert der Bund sein bestehendes Netzwerk aus bisher sechs Deutschen Zentren für Gesundheitsforschung (DZG).

Weitere Informationen in der Meldung des BMBF


Peggy Hoy
Stv. Pressesprecherin

 

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