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Tiefensee: Digitalisierung wird akademische Lehre und Forschung dauerhaft verändern


Minister kündigt neues Förderprogramm zur Beseitigung coronabedingter Lernrückstände bei Studierenden an / Digitalstrategie: Mehr als 30 Millionen Euro für digitale Lehre, Forschung und Verwaltung an den Thüringer Hochschulen / Ab diesem Wintersemester wieder überwiegend Präsenzbetrieb / 3. Landeswissenschaftskonferenz zu Folgen der Corona-Pandemie

Das kommende Wintersemester soll wieder überwiegend in Präsenz ablaufen – „dennoch sind die neuen digitalen Formate aus den Thüringer Hochschulen künftig nicht mehr wegzudenken“, sagte Wissenschaftsminister Wolfgang Tiefensee heute am Rande der 3. Thüringer Landeswissenschaftskonferenz in Jena. Vieles, was während der Corona-Pandemie an digitaler Lehre, Forschung und Verwaltung einen deutlichen Schub erfahren hat, habe sich bewährt und werde auch künftig in der Arbeit der Hochschulen verankert bleiben, so der Minister: „Die weitere Digitalisierung wird Lehre und Forschung dauerhaft verändern. Digitale Lehrformate, digitale Literaturrecherche und Publikation, digitale Verwaltung – das alles hat durch Corona einen enormen Schub erfahren und wird die Hochschulen in Zukunft prägen.“ Um seine Hochschulen auf dem Weg ins digitale Zeitalter zu unterstützen, hatte das Wissenschaftsministerium bereits 2017 die „Thüringer Strategie zur Digitalisierung im Hochschulbereich“ aufgelegt. Mit der aktuell beschlossenen Fortschreibung der Strategie stellt das Thüringer Wissenschaftsministerium bis 2025 mehr als 32,5 Millionen Euro speziell für die Digitalisierung an den Hochschulen bereit.

Natürlich seien alle Akteure – Lehrende, Studierende, Forscherinnen und Forscher – froh, ab diesem Wintersemester wieder in einen hoffentlich weitgehenden akademischen Präsenzbetrieb zurückkehren zu können, sagte Tiefensee: „In Thüringen halten wir ein viertes digitales Semester vor allem für Studierende nicht für zumutbar. Daher streben wir gemeinsam einen möglichst hohen Anteil an Präsenzlehre an.“ Die großzügige Unterstützung der Hochschulen in der Vor-Coronazeit und damit die frühzeitige und konsequente Ausrichtung der Hochschulen auf die Digitalisierung habe dazu beigetragen, Lehre und Forschung auch unter Corona-Bedingungen aufrechtzuerhalten. „Auch dank dieser frühen Aktivitäten haben die Hochschulen im vergangenen Jahr die Umstellung auf ein überwiegend digitales Lehrangebot innerhalb kürzester Zeit gut gemeistert“, so der Wissenschaftsminister.

Viele der eingeführten digitalen Verfahren, Prozesse und Infrastrukturen hätten an den Hochschulen dazu beigetragen, die Lehre flexibler, Forschung und Wissenstransfer effizienter und Verwaltung serviceorientierter zu machen – und würden deshalb auch künftig die akademische Arbeit prägen. „Das beginnt bei digitalen Lehrformaten, die auch in Zukunft eine Rolle spielen werden, und reicht über digitale Forschungs- und Rechercheverfahren, digitale Bibliotheken und Datenbanken bis hin zum Wissenstransfer und digitalen Publizieren, aber auch zu ERP-, Doklumentenmanagement- und Campus-Management-Systemen.

Die letzten drei digitalen Semester haben allerdings auch die Problembereiche einer fast ausschließlich digitalen Lehre gezeigt: So hat eine Corona-Sonderbefragung von insgesamt rund 28.000 Studierenden in ganz Deutschland durch das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW), deren Ergebnisse auf der Landeswissenschaftskonferenz vorgestellt wurden, ergeben, dass

·         Studierende digitale Prüfungsformate eher kritisch sehen,

·         die finanzielle Situation für Studierende deutlich schwieriger wurde,

·         sich Lernrückstände gebildet haben und

·         fast die Hälfte der Studierenden eine Studienzeitverlängerung befürchten.

Auf diese Problemanzeigen haben Bund und Länder bereits durch eine Reihe von finanziellen Unterstützungsprogrammen reagiert. „Da wir uns aber auch um die aktuellen Folgen der Coronapandemie im Studium kümmern müssen, wird das Thüringer Wissenschaftsministerium kurzfristig ein neues, befristetes Programm auflegen, das dazu beitragen soll, Lernrückstände bei den Studierenden aufzuholen und Wissenslücken zu schließen“, sagte Tiefensee. Dafür erhalten die Hochschulen gut zwei Millionen Euro, um damit z.B. Mentoren- und Tutorenprogramme, Brückenkurse und zusätzliche Unterstützungsangebote zu finanzieren. „Flankieren wollen wir dies durch eine Ausweitung der psychosozialen Beratung für Studierende für mindestens zwei Jahre“, so der Minister.

Die gesamte Digitalstrategie für die Thüringer Hochschulen finden Sie unter: https://wirtschaft.thueringen.de/fileadmin/user_upload/Digitalstrategie-Hochschulen_2021-2025.pdf.

 

Hintergrund: Landeswissenschaftskonferenz

Das Thüringer Hochschulgesetz (ThürHG) sieht die Einrichtung einer „Thüringer Landeswissenschaftskonferenz“ vor, die einmal jährlich stattfindet und dem Austausch zu übergreifenden wissenschafts- und forschungspoliti­schen Fragen dient. Als ständige Mitglieder der Landeswissenschaftskonferenz sind 32 Personen aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Kunst, Kultur, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft von dem für das Hochschulwesen zuständigen Minister berufen. Im Mittelpunkt der diesjährigen 3. Thüringer Landeswissenschaftskonferenz stand das zentrale Thema „Digital präsent: Hochschulen im Corona-Modus. Rückblick und Ausbildung auf die Hochschulentwicklung in Thüringen“.

 

Stephan Krauß
Pressesprecher

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