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Tiefensee zieht positives Fazit der Delegationsreise nach Österreich/Slowakei


Zusammenarbeit bei Gründungsförderung, Wasserstoffforschung, Digitalisierung und Tourismus vereinbart

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat ein positives Fazit der Thüringer Delegationsreise nach Österreich und in die Slowakei gezogen, die heute zu Ende gegangen ist. „Der europäische ‚Nahbereich‘ stand bisher nicht unbedingt im Fokus unserer politisch flankierten Auslandsaktivitäten“, sagte Tiefensee. „Dennoch hat sich gezeigt, dass es höchste Zeit war herzukommen. Deutschland und Österreich, aber auch die Slowakei stehen in vielen Bereichen vor ähnlichen Problemen und Herausforderungen – etwa beim Strukturwandel in der Automobilindustrie, der Digitalisierung, dem Umbau der Energiesysteme, selbst im Tourismus. Wir haben eine Fülle von von gemeinsamen Projekten im identifiziert, die wir in den kommenden Wochen und Monaten konkretisieren und umsetzen werden.“

Insgesamt hat die Thüringer Delegation in den vergangenen fünf Tagen mehr als 30 politische, Wirtschafts- und Wissenschaftstermine absolviert. Zu den Gesprächspartnern gehörten u.a. der Landeshauptmann des Salzburger Landes, Dr. Wilfried Haslauer, die WIrtschaftslandesrätin der Steiermark, Barbara Eibinger-Miedl, der Bürgermeister und Landeshauptmann von Wien, Dr. Michael Ludwig, die österreichische Bundeswirtschaftsministerin Dr. Margarete Schramböck oder der Wirtschaftsstaatssekretär im slowakischen Wirtschaftsministerium, Karol Galek. Hinzu kamen Besuche in Unternehmen (z.B. EVER Neuro Pharma, Familux-Hotelgruppe, ams, Andritz, Magna Steyr, VW Slovakia), beim Automobilcluster der Steiermark AC Styria, bei Tourismusverbänden in Österreich und bei Forschungseinrichtungen (z.B. Ludwig-Boltzmann-Institut für Klinische und Experimentelle Traumatologie, Wien; Comenius-Wissenschaftspark, Bratislava).

Die meisten Anknüpfungspunkte habe man in den Bereichen Gründungen, Tourismus, Digitalisierung und der Wasserstoffforschung identifizieren können, so Tiefensee. „So sind beispielsweise Projekte im Bereich der Wasserstofftechnologien mit der Slowakei und der Steiermark vereinbart, mit der Steiermark auch bei der Fachkräftegewinnung in Osteuropa.“ Mit Wien werde eine Kooperation zu technologieintensiven Gründungen angestrebt, wo Thüringen mit dem Zugang zu Jena als Forschungsstandort und den wirtschaftsnahen Forschungseinrichtungen auf großes Interesse gestoßen sei. Zudem solle die bestehende Forschungskooperation zwischen dem Ludwig-Boltzmann-Institut und dem Forschungszentrum für Medizintechnik und Biotechnologie (fzmb) in Bad Langensalza ausgebaut werden. Angekündigt sind bereits Gegenbesuche der Wirtschaftskammer Salzburg und der Wirtschaftsförderung der Steiermark in Thüringen. Darüber hinaus sind auch Erweiterungsprojekte österreichischer Firmen in Thüringen geplant, über die die jeweiligen Unternehmen zu gegebener Zeit selbst informieren.

Um Thüringen als Reiseziel bekannter zu machen, kooperiert die Thüringer Tourismus GmbH (TTG) bereits seit langem mit touristischen Partnern wie der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) in Wien oder der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB). Die Treffen der Thüringer Wirtschaftsdelegation mit den zentralen Tourismusorganisationen des Landes – Salzburger Land Tourismus, Steirische Tourismus GmbH und der Wien Tourismus GmbH – dienten insbesondere dem Austausch zur Destinationsentwicklung und zeigten Potentiale einer künftigen Zusammenarbeit auf. Auch hier ist in Zukunft ein weiterer Austausch geplant.

„In Österreich, aber auch in der Slowakei gibt es enorme Potentiale für die Thüringer Wirtschaft, aber auch für eine engere Zusammenarbeit in Tourismus und Forschung“, so Tiefensees Fazit. Beide Länder seien für Wirtschafts- und Forschungskooperationen mit Thüringen nicht nur hervorragend geeignet, sondern auch sehr aufgeschlossen. Mit der ersten Delegationsreise in beide Länder sei ein Anfang gemacht, um die Beziehungen künftig weiter zu vertiefen.

Hintergrund

Vom 4. bis 9. Juli hielt sich eine Thüringer Wirtschaftsdelegation mit rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern unter Leitung von Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee in Österreich und der Slowakei auf. Mit dabei waren neben rund 20 Unternehmensvertretern aus den Branchen Automotive, Maschinenbau, Mess- und Sensortechnik, Robotik und Biotechnologie auch auch drei Forschungseinrichtungen – das fzmb Bad Langensalza, das Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik (iba) Heiligenstadt und das Thüringer Innovationszentrum Mobilität (ThIMo) Ilmenau –, die Industrie- und Handelskammern Erfurt und Suhl, der Thüringer Zulieferbranchenverband automotive thüringen e.V. und die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT). Stationen der Reise waren Salzburg, Graz, Wien und Bratislava. Beide Länder waren erstmals Ziel einer offiziellen Delegationreise aus dem Freistaat.

Zu beiden Ländern bestehen aus Thüringer Sicht bereits stabile Beziehungen: So exportiert die Thüringer Wirtschaft schon heute Waren im Wert von mehr als 800 Millionen Euro nach Österreich und von knapp 300 Millionen in die Slowakei. Damit ist Österreich der fünftwichtigste Exportmarkt für Thüringer Produkte, die Slowakei liegt hier auf Rang 18. Wichtigste Exportgüter der Thüringer Unternehmen sind Maschinen, Kraftwagenteile, Nahrungsmittel und Metalle. Es gibt fast 60 österreichische Beteiligungen an Thüringer Unternehmen und zehn Beteiligungen aus dem Freistaat an österreichischen Unternehmen; dem stehen eine slowakische Beteiligung im Freistaat und drei Thüringer Beteiligungen in der Slowakei gegenüber. Hinzu kommen 50 Hochschulkooperationen mit Österreich, 30 mit der Slowakei.


Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

 

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