COVID-19: Tiefensee kritisiert amerikanischen Versuch zur Übernahme deutscher Pharmafirma


„Schwere Belastung deutsch-amerikanischer Beziehungen“ / Bund und EU müssen handeln

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat den Versuch der amerikanischen Regierung, das Tübinger Pharma-Unternehmen Curevac zu einem Standortwechsel in die USA zu bewegen, scharf kritisiert. Curevac arbeitet derzeit an der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs. Laut Medienberichten versuchen die USA, Curevac mit der Zusage einer hohen finanziellen Unterstützung ins Land zu locken, um sich so den exklusiven Zugriff auf das potentielle Corona-Medikament zu sichern.

„Ich halte diesen Vorgang für politisch unsäglich und eine schwere Belastung für die deutsch-amerikanischen Beziehungen“, sagte Tiefensee. Er erwarte von Bundesregierung und von der Europäischen Kommission, „in der momentanen Krisensituation alle Mittel auszuschöpfen, um diese Standortverlagerung zu verhindern“. Es liege im nationalen und im europäischen Interesse, wichtige medizinische Forschung, die noch dazu teilweise auch vom deutschen Steuerzahler finanziert worden sei, im Land zu halten.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hatte erst in dieser Woche eine „Verstaatlichung“ strategisch wichtiger Firmen angekündigt. Dazu könnte sich der Staat beispielsweise vorübergehend an solchen Unternehmen beteiligen, um sie vor Übernahmen oder finanziellen Engpässen zu schützen. „Diesen Kurs unterstütze ich voll und ganz“, sagte Tiefensee. Es sei eine Frage der technologischen und wirtschaftlichen Souveränität Deutschlands und Europas, dass wir gerade im Bereich der Pharmaindustrie einen Ausverkauf verhindern.
 

Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

 

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