Tiefensee für Technologieoffenheit bei neuen Fahrzeugantrieben


Thüringen baut Batterie- und Wasserstoffkompetenzen systematisch aus

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee hat sich für Technologieoffenheit bei neuen Fahrzeugantrieben ausgesprochen. „Zu Recht werden der Elektromobilität derzeit die größten Potentiale zugesprochen“, sagte Tiefensee heute bei einem Regionaldialog zur Transformation der Automobilbranche: „Die Trendwende zum E-Auto kommt.“ So prognostiziert eine vom Chemnitz Automotive Institute (CATI) und den Zulieferverbänden AMZ Sachsen und automotive thüringen vorgestellte Gemeinschaftsstudie, dass bereits im Jahr 2025 ein Viertel der in Europa produzierten Autos Elektrofahrzeuge sein werden. Allein die Hälfte davon werde in Deutschland hergestellt. „Das sind positive Aussichten für die deutsche Automobilindustrie“, so Tiefensee. Dennoch dürfte Deutschland auch andere Antriebstechnologien nicht aus den Augen verlieren. International setze etwa China auf Elektroantriebe, Japan und Kalifornien dagegen auf die Wasserstofftechnik. Elektromobilität werde vor allem in Pkw, Wasserstoff in Nutzfahrzeugen eingesetzt. „Ich denke, beide Antriebstechnologien haben ihre Berechtigung und werden sich zumindest in bestimmten Bereichen auch durchsetzen.“

Thüringen baue seine Kompetenzen bei den alternativen Antriebstechnologien deshalb von der Produktion bis zur Forschung systematisch aus. Im Bereich der Elektromobiltiät reiche dies etwa von der Ansiedlung des chinesischen Batteriezellenherstellers CATL über den künftigen „Technologiecampus Batteriefertigung“ mit dem Fraunhofer-BITC am Erfurter Kreuz bis hin zum Fraunhofer-Institut für Keramische Systeme und Technologien (IKTS) in Hermsdorf oder dem Zentrum für Energie- und Umweltchemie (CEEC) an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Zugleich ist das Land unter Führung der Bauhaus-Universität Weimar und Firmen wie der KUMATEC Sondermaschinenbau & Kunststoffverarbeitung GmbH an der von Bund und Land mit 7,7 Millionen Euro geförderten Wasserstoff-Initiative H2-Well beteiligt. Zudem plant das Land im Rahmen seiner Wasserstoffstrategie den Aufbau weiterer Forschungs- und Transferkompetenzen am Erfurter Kreuz und im Raum Sonneberg.

Klassische, aber effizientere Verbrennungsmotoren werden nach Auffassung von Tiefensee in der Automobilindustrie noch bis mindestens Mitte der 2030er Jahre eine Rolle spielen – zunehmend allerdings in Form von Hybridantrieben. „Diese Übergangsphase muss die Zulieferindustrie nutzen, um auf neue Antriebstechnologien umzustellen oder ganz neue Geschäftsfelder zu erschließen.“ Das Land könne diesen Prozess flankieren, die Unterstützung reiche von der Investitions-, Forschungs- und Qualifizierungsförderung bis hin zu Beratungsangeboten, etwa über das Innovationszentrum Mobilität in Ilmenau, die geplante Transferstelle „Transformation in der Automobil/Automobilzulieferindustrie“ oder die Kompetenzzentren zur Digitalisierung in Ilmenau und Erfurt.


Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

 

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