Tiefensee: Zulieferbranche nimmt Herausforderungen des Strukturwandels an


a.t.-Branchenmonitoring: Autozulieferer in Thüringen überwiegend optimistisch / Breites Unterstützungsangebot von Bund und Land

Wachsende wirtschaftliche Risiken machen der Thüringer Zulieferbranche zu schaffen – dennoch sind viele Betriebe für die Zukunft wieder optimistischer. So gehen laut dem heute vorgestellten Branchenmonitor des automotive thüringen e.V. mehr als 50 Prozent der Unternehmen mindestens von einer Sicherung, mehr als 30 Prozent sogar von weiterem Wachstum ihres Standorts in Thüringen aus. Drei Viertel der Betriebe planen weitere Investitionen. „Trotz der Krise und des enormen Anpassungsdrucks, der auf vielen Unternehmen lastet, nimmt die Zulieferindustrie die aktuellen Herausforderungen an“, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee. Das Beschäftigungsniveau in der Branche sei bislang annähernd gehalten worden. Zudem gebe es eine wachsende Zahl von Unternehmen, die vom Trend zur Elektromobilität profitieren – rund 70 Prozent der Unternehmen hätten bereits Aufträge aus diesem Bereich. Allerdings sei unverkennbar, dass sich weiterhin eine Reihe von Unternehmen in einer bedrohlichen Schieflage befinde, so der Minister weiter. Bund und Land hätten deshalb umfangreiche Hilfen auf den Weg gebracht, um die Betriebe bei Investitionen und Neustart zu unterstützen.

Zu den größten Problemen der Zulieferbetriebe gehören laut Branchenmonitor derzeit die technologische Transformation und die daraus resultierende Planungsunsicherheit, der in der Krise wachsende Preisdruck und das insgesamt sinkende Marktvolumen, so der Minister weiter. „Der globale Wandel in der Automobilbranche lässt sich nicht von Thüringen aus stoppen, aber die Unternehmen können und müssen sich aktiv darauf einstellen. Als Land unterstützen wir sie dabei mit einem breiten Spektrum an Fördermöglichkeiten.“ Diese umfassen neben der Investitions- und Technologieförderung z.B. Beteiligungen und Darlehensprogramme, das Kurzarbeitergeld und die Corona-Überbrückungshilfe. Hinzu kommen auf Bundesebene zusätzlich rund fünf Milliarden Euro u.a. für Kaufprämien für Elektrofahrzeuge und Zukunftsinvestitionen in der Zulieferbranche. „Das alles sind Maßnahmen, die die Unternehmen auch in Thüringen nun auch aktiv nutzen müssen, um in ihre eigene Zukunftssicherung zu investieren.“

Er begrüße ausdrücklich, dass der automotive thüringen e.V. durch Analysen und Branchenbefragungen regelmäßig und faktenbasiert über den Stand und die Perspektiven der Automobilbranche in Thüringen informiere, sagte der Wirtschaftsminister. Zu allen Fragen des technologischen Wandels, der Zukunftssicherung, aber auch zu Erschließung neuer Geschäftsfelder ist das Land bereits seit Jahren in engem Austausch mit der Branche, vor allem mit dem automotive thüringen e.V., und setzt eine eng mit den Akteuren abgestimmte Strategie zur Bewältigung des Strukturwandels – die „Automotive Agenda Thüringen“ – um, die regelmäßig ergänzt und fortgeschrieben wird. Erst kürzlich hat das Wirtschaftsministerium ein Grundsatzpapier zur Automobilindustrie vorgelegt. Das Papier findet sich unter https://wirtschaft.thueringen.de/fileadmin/user_upload/Grundsatzpapier_zur_Fortschreibung_der_Automotive_Agenda_Thueringen.pdf.


Stephan Krauß
Pressesprecher, Referatsleiter

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