Förderung im Tourismus

Die Tourismuswirtschaft ist für Thüringen ein wichtiger Wirtschaftszweig. So wird durch die Tourismusbetriebe in Thüringen laut einer Studie des dwif jährlich ein Bruttoumsatz von ca.3,13 Mrd. Euro erwirtschaftet. Etwa 80.500 Personen können in Thüringen ihren Lebensunterhalt durch den Tourismus unterhalten. Die Tourismusförderung des Freistaats Thüringen verfolgt insgesamt das Ziel, die Zahl der Gäste und Übernachtungen sowie die Qualität der touristischen Angebote weiter zu steigern.

Die Grundvoraussetzung für eine solche Entwicklung der Branche ist eine leistungsfähige touristische Infrastruktur.

Infografik Wirtschaftsfaktor Tourismus in Thüringen
©Frollein Motte Illustration, Thüringer Tourismus GmbH

Studie der dwif Consulting GmbH (2015) zum Download: Wirtschaftsfaktor Tourismus für Thüringen 2014

Förderrichtlinien

Die Förderung des Tourismusgewerbes erfolgt über die Richtlinie des Freistaats Thüringen für die Gewährung von Zuwendungen im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW) – GRW-Richtlinie -, Teil I: Gewerbliche Wirtschaft einschließlich Tourismusgewerbe (Stand 26.05.2016, ThürStAnz Nr. 26/ 2016, S. 887-899)

Für die Förderung der touristischen Infrastrukturförderung stehen in Thüringen zwei Instrumente zur Verfügung. Dies ist zum einen die Förderung im Rahmen der GRW-Richtlinie, Teil II „Förderung des Ausbaus der wirtschaftsnahen Infrastruktur“ (Thür StAnz Nr. 19/2015, S. 884 – 892), zum anderen  die Förderung im Rahmen der Richtlinie zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Thüringer Tourismus (Landesprogramm Tourismus – neu -, Stand: 15.10.2015, ThürStAnz Nr. 48/2015, S. 2086 – 2090).

Im Rahmen des Landesprogramms Tourismus – neu – können auch Marketing- und Organisationsvorhaben gefördert werden.

Alle Förderprogramme werden von der Thüringer Aufbaubank umgesetzt.


GRW-Förderung

Die Infrastrukturförderung im Rahmen der GRW leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Tourismuswirtschaft in Thüringen. Das Instrument deckt ein breites Spektrum touristischer Infrastrukturinvestitionen ab, insbesondere berücksichtigen die Förderschwerpunkte im Wesentlichen die Empfehlungen der Landestourismuskonzeption Thüringen 2015.

Die infrastrukturellen Investitionserfordernisse im Freistaat Thüringen bestehen jedoch in Zukunft vor allem in der Modernisierung, der Aufwertung und dem Umbau vorhandener öffentlicher Infrastrukturen, um damit insbesondere den erreichten Ausstattungsgrad an aktuelle Markterfordernisse anzupassen, ein attraktives und zeitgemäßes touristisches Angebot vorzuhalten sowie der steigenden Erwartungshaltung potenzieller Besucher/Nutzer gerecht zu werden. Daher wird sich zukünftig der Fokus der Förderung im Rahmen der GRW-Richtlinie, Teil II „Förderung des Ausbaus der wirtschaftsnahen Infrastruktur“, auf die Qualitätsverbesserung der touristischen Infrastruktur in Thüringen konzentrieren.

Dies gilt im Übrigen auch für die Förderung von Maßnahmen des Tourismusgewerbes gemäß der GRW-Richtlinie, Teil I „Gewerbliche Wirtschaft einschließlich Tourismus-gewerbe“. Hier werden im Vordergrund der Förderaktivitäten zukünftig Maßnahmen stehen, die insbesondere attraktive Angebote im Hotel- und Gaststättengewerbe befördern sowie zur Schaffung qualitativ hochwertiger touristischer Angebote beitragen und somit insgesamt die Qualität der touristischen Angebote Thüringens stärken.

Aus GRW-Mitteln gefördert: Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich.

Der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich aus der Vogelperspektive
Thüringer Tourismus GmbH / Bildarchiv

Richtlinie „Landesprogramm Tourismus“

Das Förderprogramm stellt eine sachgerechte Ergänzung zur Förderung im Rahmen der GRW-Richtlinie dar. Das Landesprogramm Tourismus wurde mit dem Ziel entwickelt, den Tourismusstandort Thüringen zu sichern und weiterzuentwickeln. Daher werden im Rahmen dieser Förderung nicht nur Tourismusprojekte unterstützt, für die keine GRW-Förderung in Betracht kommt, sondern auch interessante Vorhaben aus anderen Politikbereichen (z. B. Sport, Kultur) gefördert. Dazu zählen insbesondere identifikations- und imagebildende Projekte, innovative Projekte und der Beseitigung entwicklungs-hemmender Engpässe dienende Maßnahmen. Darüber hinaus sollen die geförderten Projekte direkte private Folgeinvestitionen auslösen.

Entsprechend den Empfehlungen der aktuellen Landestourismuskonzeption Thüringen 2015 wurde im Jahr 2012 das Landesprogramm um weitere Fördertatbestände im nichtinvestiven Bereich erweitert, die eine überwiegende touristische Relevanz aufweisen.

Aus dem Ansatz des Landesprogramms Tourismus wurden z.B. Mittel bereitgestellt um in der DKB-Skiarena in Oberhof eine Schießsporthalle einzurichten.

Training von Wintersportlern in der Skihalle Oberhof
Thüringer Tourismus GmbH / Bildarchiv, Fotograf: Lars Schneider, Bildeigner: Oberhof Sportstätten GmbH

Förderung Gastgewerbe

Das Hotel- und Gastgewerbe in Thüringen steht vor enormen Herausforderungen, denn es befindet sich inmitten eines Strukturwandels. Es wurde viel getan, um touristische Highlights zu schaffen und die Infrastruktur zu verbessern. Demgegenüber sind Gastronomie und Hotellerie ins Hintertreffen geraten. Dies ist nicht nur eine Herausforderung für den Tourismus, sondern auch für den Freistaat als lebenswerten Ort. Das Gastgewerbe ist oftmals Ankerpunkt gesellschaftlichen Lebens – nicht nur in touristischen Orten.

Fest steht daher: Obwohl die Destination Thüringen immer besser bei den Menschen ankommt, bestehen ungenutzte Potenziale, die Konkurrenz schläft nicht. Die Auswahl an touristischen Angeboten insgesamt steigt. Die Kunden werden immer flexibler, damit Reiseziele austauschbarer. Das ist nicht allein Risiko, sondern bietet uns in Thüringen auch große Chancen.

Dazu allerdings muss Thüringen mit besonderen Qualitäts- und Alleinstellungsmerkmalen hervorstechen. Dies gilt insbesondere für das Gastgewerbe: Wir dürfen nicht billiger, sondern müssen besser, interessanter, kreativer und innovativer sein. Nur auf diese Weise können wir Gäste- und Übernachtungszahlen deutlich steigern. Der Zwischenbericht zur Landestourismuskonzeption 2025 zeigt: Der Schlüssel zum Erfolg des Thüringer Tourismus ist ein Mehr an Qualität und Service. Deshalb wollen wir das Gastgewerbe besonders in dieser Hinsicht stärken.

Dies erfordert erhebliche Investitionen. Die Ertrags- und Gewinnsituation dort ist allerdings angespannt. Die Branche hat in den 90er Jahren viel eingebracht, nun sind in zahlreichen Betrieben Erneuerungen nötig. Zudem stehen viele Unternehmen vor einem Generations-wechsel und müssen die Unternehmensnachfolge meistern. Der wachsende Fachkräftebedarf muss ebenso geschultert werden wie neue bürokratische Anforderungen für die Leistungsanbieter. Lösungen dazu kann auch der technologische Wandel bieten.

Das Gastgewerbe steht vor erheblichen Aufgaben. Wir legen daher ein Maßnahmenpaket vor, um den Strukturwandel zu unterstützen. Das Paket umfasst bewährte Instrumente, die wir neu auf die Bedürfnisse des Gastgewerbes ausrichten sowie neue Maßnahmen, die wir zielgerichtet zu Bewältigung der anstehenden Aufgaben einsetzen wollen. Denn gerade bei bestehenden Instrumenten beobachten wir, dass diese noch mehr durch die Unternehmen des Gastgewerbes genutzt werden können – sowohl in den Städten als auch im ländlichen Raum. Mit diesen Maßnahmen flankieren wir die Bemühungen der Unternehmerinnen und Unternehmen des Gastgewerbes in Thüringen, den Strukturwandel aktiv zu gestalten.

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