Industriepolitik

Thüringen hat eine innovative und wettbewerbsfähige Industrie. Zusammen mit produktionsnahen Dienstleistern ist sie ein entscheidender Wachstumsmotor der Wirtschaft des Landes und Garant für Wohlstand und Beschäftigung. Ziel der Thüringer Industriepolitik ist es, die Industrie weiter zu stärken. Das Land setzt sich dafür ein, über geeignete Rahmenbedingungen bestmögliche Voraussetzungen für die weitere Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und ein kontinuierliches industrielles Wachstum zu schaffen, um Einkommen und Beschäftigung in Thüringen zu erhöhen.

Der industriepolitische Schwerpunkt liegt auf jenen Branchen, die für die Zukunft des Landes von besonderer Bedeutung sind. Wichtige Ansatzpunkte liegen in der Stärkung der endogenen Standortpotentiale vor allem bei der industriellen F&E, F&E-Infrastrukturen, Clusterentwicklung und Vernetzung, Sicherung des Fachkräftebedarfes, der Etablierung von Zukunftstechnologien sowie dem weiteren Aufbau von Wertschöpfungsketten.

Auch die Thüringer Industrie steht mit dem insbesondere durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz, durch Globalisierung und zunehmenden weltweiten Wettbewerb, durch umweltpolitische Anforderungen und Elektromobilität getriebenen Strukturwandel vor großen Herausforderungen. Besonders betroffen vom Strukturwandel ist die Automobil- und Zulieferindustrie als umsatzstärkste und beschäftigungsseitig bedeutsame Branche in Thüringen.

Um den Herausforderungen erfolgreich zu begegnen und die Chancen zu nutzen, ist ein gemeinsames Vorgehen von Wirtschaft, Wissenschaft/Forschung, Politik und Gewerkschaften erforderlich.

Thüringer Bündnis für Industrie

Am 20. September 2016 haben Wirtschaftsministerium, Arbeitgeber und Gewerkschaften in Erfurt das „Thüringer Bündnis für Industrie" gegründet. Als Dialogforum und Beratungsgremium will das Bündnis dazu beitragen, den Industriestandort Thüringen zu stärken und die Weichen für mehr Wachstum und Beschäftigung zu stellen. Es sollen gemeinsam die konkreten Herausforderungen für die Thüringer Industrie identifiziert, Lösungswege aufgezeigt und Maßnahmen angestoßen werden. So wurde z. B. ein Branchendialog zur Zukunft der Automobil- und Zulieferindustrie in Thüringen (Branchendialog Automobil) initiiert.

Branchendialog Automobil - Automotive Agenda Thüringen

Zentrales Ergebnis des Branchendialogs ist die „Agenda zur Begleitung und Unterstützung des Transformationsprozesses der Thüringer Automobil- und Zulieferindustrie (Automotive Agenda Thüringen)“. Die Agenda baut maßgeblich auf den Ergebnissen der Tiefenanalyse auf und zeigt wichtige Handlungsfelder sowie Aktivitäten der verschiedenen Akteure auf, um weiter gemeinsam die Herausforderung des Transformations- und Konversionsprozesses anzunehmen und die Chancen für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Branche und damit des Wirtschaftsstandortes Thüringen bestmöglich zu nutzen.

Integrierte Innovations- und Industriepolitik - RIS3 Thüringen

Zentrale Säule einer strategischen Industriepolitik ist die Innovationspolitik: Innovationen in der Industrie einschließlich der produktionsnahen Dienstleister sind für Thüringen der Schlüssel für eine auch in Zukunft starke und wettbewerbsfähige Wirtschaft. Mit der RIS3 Thüringen hat das TMWWDG einen konzeptionellen Rahmen, welcher die Innovations- und die Industriepolitik eng verzahnt. Die Strategie konzentriert sich hierbei auf vier Spezialisierungsfelder und ein Querschnittsfeld, in denen Thüringen besondere Stärken hat und denen für die Weiterentwicklung – gerade auch mit Blick auf innovative, leistungsfähige und überregional sichtbare Cluster – eine besondere Bedeutung zukommt. Ein Highlight ist als Schaufenster Thüringer Innovationen die jährlich stattfindende Veranstaltung „InnoCON Thüringen“.

Clusterpolitik- und Entwicklung

Cluster sind ein Erfolgsfaktor für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in Thüringen. Unternehmen profitieren in Clustern von Kooperationen und Wettbewerb, von der Fachkräfteverfügbarkeit sowie einer engen regionalen Vernetzung, durch die sie ihre Innovationskraft  und Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Eine zentrale Rolle bei der Clusterentwicklung spielen die spezifischen Cluster- und Netzwerkorganisationen. Sie bringen in den jeweiligen Clustern/Branchen Wirtschaft und Forschung zusammen, treiben Technologietransfer sowie Innovationen voran und adressieren der Politik Handlungsbedarfe. Als wichtiger Akteur und zugleich Multiplikator wirken Sie in der RIS3 Thüringen mit und tragen zur Umsetzung der Strategie sowie zur weiteren Profilbildung im Freistaat bei.

  • Weitere Informationen zu Cluster- bzw. Netzwerkorganisationen in den Feldern der RIS3 Thüringen finden Sie hier.

Digitalisierung des Thüringer Mittelstandes

Das TMWWDG setzt bei der Flankierung der digitalen Transformationsprozesse auf die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen und gleichsam auf die Unterstützung durch Einrichtungen wie auch Förderangebote, damit die Digitalisierung für Unternehmen in Thüringen greifbar und erlebbar wird. Im Fokus steht dabei nicht allein Industrie 4.0, sondern die Digitalisierung als Aufgabe für Unternehmen in allen Branchen im Sinne einer Wirtschaft 4.0.

Hierfür steht ein umfassendes und modular aufgebautes Unterstützungsangebot zur Verfügung, welches der Thüringer Mittelstand je nach individuellem Stand des eigenen Digitalisierungsfortschrittes nutzen kann.

  • Weitere Informationen zum Thema Wirtschaft 4.0 finden Sie hier.

Ansprechpartner:

Thomas Müller
Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft
Leiter Referat „Industrie, Wirtschaft 4.0 und Cluster“
Max-Reger-Straße 4-8
99096 Erfurt
eMail: Thomas.Mueller@tmwwdg.thueringen.de

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