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Pflanzliche Erzeugung, Gartenbau und Sonderkulturen

Die Pflanzliche Erzeugung steht am Beginn der landwirtschaftlichen Wertschöpfung und ist in Thüringen sehr vielfältig. Das Spektrum reicht von der Acker- und Grünlandbewirtschaftung über den Gartenbau bis hin zum Anbau von Wein und den verschiedensten Sonderkulturen. Neben gesunden und qualitativ hochwertigen Lebens- und Futtermitteln werden auch Rohstoffe für Industrie und Energiegewinnung erzeugt.

Die Grundlage für eine nachhaltige Erzeugung bilden dabei das Düngungs-, Pflanzenschutz- und Saatgutrecht. Fachliche Informationen sind auf den Internetseiten des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) erhältlich:

Fachliche Informationen

Pflanzliche Erzeugung

Acker- und Grünlandbewirtschaftung – wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft in Thüringen

Mehr als drei Viertel (83 Prozent) der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind in Thüringen Ackerland, 23 Prozent werden als Dauergrünland und weniger als ein Prozent für den Anbau von Dauerkulturen genutzt. Dieses Nutzungsartenverhältnis ist seit Jahren konstant.
 
Der Anbau von Druschfrüchten (Getreide und Ölfrüchte) hat seit 1990 stark zugenommen und liegt heute bei mehr als 75 Prozent. Feldfutter und Mais nehmen gegenwärtig etwa 17 Prozent der Ackerfläche ein. Der Anteil von Hackfrüchten (Kartoffeln und Zuckerrüben) liegt mit knapp 2 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben des Dünge- bzw. Pflanzenschutzgesetzes und der Regelungen nach Paragraph 17 des Bundesbodenschutzgesetzes bilden die Grundlage für einen umweltgerechten Anbau der Ackerkulturen.

Aufgrund der relativ günstigen Boden- und Witterungsbedingungen sowie den vorhandenen praktischen Erfahrungen der Landwirte werden hohe und stabile Erträge in Thüringen erreicht. Die ackerbaulich wichtigsten Anbaugebiete sind das Erfurter Becken und das Altenburger Land.
Seit mehreren Jahren ist Thüringen ein Bundesland mit den besten Qualitäten bei der Erzeugung von Backweizen und Braugerste in Deutschland.

Grünland nimmt in Thüringen knapp ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. Standortbedingt besonders hohe Grünlandanteile weisen die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und Hildburghausen auf. Die Bewirtschaftung des Grünlands dient traditionell vor allem der Erzeugung von Grobfutter. Der überwiegende Flächenanteil wird extensiv bewirtschaftet. Insbesondere extensiv bewirtschaftetes Grünland besitzt einen hohen Stellenwert für Umwelt- und Naturschutz. Es besteht ein gesellschaftliches Interesse daran, die vielfältigen Nutz- und Schutzfunktionen des Grünlandes zu erhalten und auszubauen.

Kennzahlen für Thüringen (Stand 2025):

Landwirtschaftlich genutzte Fläche insgesamt: 722.100 ha,
davon ökologisch bewirtschaftet: 64.600 ha,
davon Ackerland: 602.700 ha,
davon Dauergrünland: 167.600 ha

Gartenbau und Sonderkulturen

Der Gartenbau in Thüringen kann auf eine reiche Tradition zurückblicken. Der Erfurter Ratsherr Christian Reichart (1685-1775) gilt als der Begründer des deutschen Erwerbsgartenbaues.

Mit seinen unterschiedlichen Fachrichtungen, Gemüse- und Obstbau, Zierpflanzenbau und Baumschulen ist der Thüringer Gartenbau einer der wertschöpfungs- und beschäftigungsintensiven Bereiche innerhalb der Landwirtschaft. Neben dem Produktionsgartenbau ist auch der Dienstleistungsgartenbau (Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgartenbau) ein wesentlicher Faktor, der zur Wertschöpfung beiträgt.

Etwa 300 Betriebe bauen in Thüringen gartenbauliche Erzeugnisse auf einer Fläche von 3.600 Hektar an. Es gibt 150 Gartenbauspezialbetriebe in denen 2.100 Personen, davon 1.200 Saisonarbeitskräfte arbeiten.

Im Obst- und Gemüsebau sowie beim Anbau von Heil- Duft und Gewürzpflanzen wirtschaften überwiegend spezialisierte, großflächig produzierende Betriebe. Im Bereich Zierpflanzenbau sind kleinflächig strukturierte Familienbetriebe strukturbestimmend.

Der Anbau erfolgt nach guter fachlicher Praxis. Neben ungünstigen Witterungsbedingungen können Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge in allen Gartenbaukulturen erhebliche Ertragsausfälle sowie Beeinträchtigungen der Qualität der produzierten Güter verursachen. Gegenmaßnahmen sind auf einer fundierten Basis zu treffen und unter Einhaltung der maßgebenden Rechtsvorschriften durchzuführen.

  • Obstbau

    Der Obstbau konzentriert sich auf die traditionellen Anbaugebiete Fahner Höhe, Kindelbrück, Dobitschen und Schöngleina. Baum- und Beerenobst wird von 80 Betrieben auf einer Fläche von 1.500 Hektar angebaut. Flächenmäßig dominiert der Apfelanbau mit einem Anteil von 53 Prozent, gefolgt von Süßkirschen mit 19 Prozent und einem Anteil von jeweils 11 Prozent Sauerkirschen und Pflaumen/Zwetschgen.

  • Gemüsebau

    Die wichtigsten Standorte des Freilandgemüseanbaus befinden sich im Thüringer Becken im Raum Erfurt, Kutzleben, Herbsleben und im Altenburger Land. Flächenmäßig dominiert der Anbau von Spargel mit einem Anteil von 50 Prozent, gefolgt von Zwiebeln, Weißkohl und Blumenkohl.

    Im Unterglasanbau werden auf ca. 32 Hektar vor allem Tomaten und in geringerem Umfang Paprika und Gurken produziert.

  • Zierpflanzenbau

    Der Anbau von Zierpflanzen erfolgt in 60 Betrieben auf insgesamt 100 Hektar. Zierpflanzen werden überwiegend für den Direktabsatz produziert. Der Schwerpunkt liegt flächenmäßig bei der Produktion von Saatgut. In Einzelhandelsgärtnereien werden hauptsächlich Beet- und Balkonpflanzen kultiviert.

  • Heil- und Gewürzpflanzen

    Der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen hat in Thüringen ebenfalls eine lange Tradition. Mit ca. 1.000 Hektar Anbaufläche gehört Thüringen zu den führenden Bundesländern in diesem Sektor. Hauptkulturen sind Kamille mit einem Flächenanteil von etwa 65 Prozent sowie Pfefferminze mit über 10 Prozent. Bedeutung haben zudem der Anbau von Johanniskraut, Brennnessel, Melisse, Fenchel und Rosenwurz. Die Produktion erfolgt fast ausschließlich über Vertragsanbau.

  • Weinbau

    Der  Anbau von Qualitätswein umfasst eine Fläche von etwa 140 Hektar und gehört als Bereich Thüringen zum Weinanbaugebiet "Saale-Unstrut" und "Mitteldeutscher Landwein". Durch die Öffnung der Anbauregelungen gibt es auch immer mehr Anbau außerhalb der Gebietsabgrenzungen, derzeit etwa 9 Hektar.

    Etwa zwei Drittel der Rebfläche wird für den Anbau von Weißwein genutzt, ein Drittel für Rotwein.

  • Ökologischer Anbau

    Rund 300 Hektar werden im Produktionsgartenbau nach ökologischer Anbauweise bewirtschaftet. Daneben gibt es zahlreiche Streuobstwiesen im ökologischen Anbau.
    Weitere Angaben zum ökologischen Landbau finden Sie hier: Ökolandbau

Kleingärten

Die Kleingartenfläche der im Landesverband organisierten Kleingartenvereine beträgt ca. 2.800 Hektar in mehr als 63.000 verpachteten Parzellen.

Kleingärten haben als Bestandteil von Grünstrukturen eine bedeutende städtebauliche Funktion für die Naherholung und zur Wohnumfeldverbesserung. Sie sind zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere und erfüllen wichtige soziale Funktionen.
 

Förderung von Erzeugerorganisationen

Gefördert werden ausschließlich Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse, die nach EU-Recht anerkannt sind. Grundlage für die Beihilfegewährung ist ein durch das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum genehmigtes Operationelles Programm der jeweiligen Erzeugerorganisation.

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