Das Thüringer Agrarministerium hat im vergangenen Jahr insgesamt 6,9 Millionen Euro aus dem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) für den ökologischen Landbau zugesagt – ein Anstieg von 400.000 Euro gegenüber 2024. Von den Mitteln profitieren insgesamt 124 Thüringer Landwirtschaftsbetriebe mit einer Gesamtfläche von 9.200 Hektar. 23 Betriebe haben die Förderung erstmals beantragt oder ihre Flächen ausgedehnt – insgesamt sind damit 4.700 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche hinzugekommen; alle anderen Betriebe erhalten die vorgesehene Anschlussförderung. Die Umsetzung der Maßnahmen beginnt in diesem Jahr, die Mittel können ab dem nächsten Jahr abgerufen werden.
„Der Ökolandbau ist ein wichtiger und wachsender Teil der Thüringer Landwirtschaft“, sagte Thüringens Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John. Bei der Erzeugung von Bio-Lebenmitteln habe Thüringen in den letzten Jahren deutlich zugelegt – derzeit wirtschaften im Freistaat mehr als 500 Betriebe nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus. Seit 2015 ist ihre Zahl um 75 Prozent gestiegen, ihr Anteil liegt inzwischen bei rund 15 Prozent.
Diese Entwicklung sei erfreulich, weil auch der Markt für Bio-Lebensmittel weiter überdurchschnittlich wachse, so die Ministerin weiter. Rund 188 Millionen Euro gaben allein die Thüringerinnen und Thüringer im Jahr 2024 für biologisch erzeugte Nahrungsmittel aus. Das geht aus einer noch unveröffentlichten Marktanalyse des Thüringer Landwirtschaftsministeriums zum Öko-Landbau hervor. Bundesweit lagen die Ausgaben für Bio-Lebenmittel 2024 bei knapp 17 Milliarden Euro. Für das Jahr 2025 wird ein weiterer Umsatzanstieg bei ökologisch erzeugten Agrarprodukten auf über 18 Milliarden Euro erwartet.
Von diesem Kuchen könne sich Thüringen ein dickes Stück abschneiden, sagte die Landwirtschaftsministerin. Mit der landwirtschaftlichen Erzeugung liege man in dieser Hinsicht auf Kurs. „Den Flaschenhals bilden allerdings die Lager- und Verarbeitungskapazitäten im Land“, so die Ministerin weiter. „Ziel muss es deshalb sein, die Wertschöpfungstiefe bei ökologisch erzeugten Lebensmitteln im Land weiter auszubauen. Letztlich geht es darum, Thüringer Regionalmarken und -produkte zu entwickeln und besser am Markt zu platzieren.“
Erste Handlungsempfehlungen dafür und eine Untersuchung der Strukturen und Potentiale des ökologischen Landbaus in Thüringen enthält die „Bio-Marktanalyse“, die im Auftrag des Thüringer Landwirtschaftsministeriums erstellt wird und in Kürze veröffentlicht werden soll. Zudem rührt das Land kräftig die Werbetrommel für seine ökologische Lebensmittelproduktion: Vom 10. bis zum 13. Februar ist der Freistaat erneut auf der BIOFACH Nürnberg, der Weltleitmesse für Bio-Lebensmittel, mit einem Gemeinschaftsstand in Halle 9 vertreten. (Terminhinweis: Agrarstaatssekretär Marcus Malsch nimmt am 10. Februar an der Eröffnung der Messe teil und wird anschließend bei einem Rundgang Thüringer und andere Aussteller besuchen.)
Stephan Krauß
Pressesprecher