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LEADER-Förderung 2025: Gut 9 Millionen Euro für Entwicklung des ländlichen Raums in Thüringen


Landwirtschaftsministerin Boos-John betont große Bedeutung des LEADER-Programms für ländliche Entwicklung im Freistaat und kritisiert Kürzungspläne der EU

Insgesamt 9,3 Millionen Euro aus dem LEADER-Programm der EU hat das Landwirtschaftsministerium im Jahr 2025 zur Förderung von Wirtschaft und Lebensqualität in den ländlichen Regionen Thüringen eingesetzt. Das Geld floss in rund 370 gewerbliche, touristische, soziale und Infrastruktur-Projekte sowie in die Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen in Dörfern und kleinen Gemeinden des Landes. Der Begriff LEADER steht für „Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“ (deutsch: „Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft“). Finanziert wird das 1991 eingeführte Förderprogramm aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung ländlicher Räume (ELER) sowie Mitteln des Freistaates Thüringen.

Der ländliche Raum sei ein wichtiger Bestandteil der gesellschaftlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Identität Thüringens, sagte Landwirtschaftsministerin Colette Boos-John. „Unser Ziel bleibt die Herstellung und Sicherung gleichwertiger Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land. Thüringens ländliche Regionen sollen ihren Bewohnern attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen bieten und auch wieder interessant für Zuwanderung aus den urbanen Zentren werden. Die LEADER-Förderung leistet einen wichtigen Beitrag dazu.“

Von der LEADER-Förderung des vergangenen Jahres haben im Freistaat 210 Kommunen, 84 Vereine sowie zahlreiche Einzelpersonen profitiert. 18 Betriebe mit insgesamt 180 Beschäftigten, davon 140 in der Lebenshilfe, haben Förderung erhalten und tragen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts und zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei. Dem Erhalt und der Modernisierung baulicher Anlagen – darunter auch der Sanierung historischer Gebäudesubstanz – kamen 75 Projekte zugute.

Zu den LEADER-geförderten Vorhaben zählten 2025 beispielsweise:

  • der Umbau und die Restaurierung der St.-Peter-und-Paul-Kirche in der Kirchgemeinde Reinsdorf;
  • die Sanierung des Traditionsbackhauses am Lindenhain in Borsch (Geisa);
  • die Erstellung einer Wirtschaftsstudie zur Wollmanufaktur für das Lebenshilfe-Werk Weimar Apolda e.V.;
  • die Errichtung eines Sprungturms für das Waldschwimmbad in Rastenberg;
  • die Wiederbelebung Dorfkonsum im Erfurter Ortsteil Ermstedt.

Mit Blick auf die laufenden Verhandlungen zum künftigen EU-Haushalt ab 2028 forderte die Ministerin, der ländliche Raum solle in den Brüsseler Finanzplanungen weiterhin angemessen berücksichtigt werden. Nach jetzigem Stand müsse man allerdings Sorge haben, dass die Fördermöglichkeiten auch im LEADER-Programm ab 2028 erheblich eingeschränkt würden. Insbesondere der Vorschlag der EU, die LEADER-Förderung künftig ausschließlich auf Landwirte und Waldbesitzer einzuschränken, gehe an den Realitäten vorbei und würde viele Projekte in Zukunft unmöglich machen. „Aus Sicht Thüringens ist das inakzeptabel“, sagte die Ministerin. In den kommenden anderthalb Jahren müsse daher intensiv verhandelt werden, um einen auch für die Bundesländer tragfähigen Kompromiss zu erzielen. „Die ländlichen Regionen haben dabei für uns hohe Priorität.“

Stephan Krauß
Pressesprecher
 

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