Einen Förderbescheid über 15,5 Millionen Euro aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) hat Marcus Malsch, Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Landwirtschaft und Ländlichen Raum, heute an die Stadt Schmalkalden übergeben. Mit dem Geld soll das neue Industrie- und Gewerbegebiet Schwallungen-Schmalkalden erschlossen werden. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich auf rund 20,6 Millionen Euro. Das rund 34 Hektar große Areal steht ab 2028 für die Ansiedlung von Unternehmen bereit. Es soll künftig gemeinsam von beiden Kommunen betrieben werden.
„Neue Industrie- und Gewerbeflächen schaffen Raum für wirtschaftliche Entwicklung“, sagte der Staatssekretär. „Rund um Schmalkalden ist der Bedarf daran besonders hoch.“ Die Stadt Schmalkalden verfügt bereits über 13 Gewerbegebiete, die Auslastung der Flächen liegt allerdings bei mehr als 90 Prozent. Auch im Umfeld von Schmalkalden stehen nahezu keine freien Flächen mehr für Industrie- und Gewerbeansiedlungen bzw. die Erweiterung ansässiger Unternehmen zur Verfügung. Lediglich mit den Gewerbegebieten Nord I und II und dem noch in der Erschließung befindlichen Industrie- und Gewerbegebiet „An der B 19“ stehen noch Standorte zur Verfügung, die allerdings auf die Nachfrage nach kleineren Flächen ausgerichtet sind.
„Mit dem neuen interkommunalen Gewerbegebiet Schwallungen-Schmalkalden ist die Region künftig auch wieder für Unternehmen mit größerem Platzbedarf angebotsfähig“, so Malsch. Mit der Nähe zur Bundesstraße B19 biete der Standort zudem eine sehr gute Verkehrsanbindung. Ein ansässiges Unternehmen hat bereits Erweiterungsbedarf angemeldet, so dass voraussichtlich ein Großteil der Fläche schon frühzeitig vermarktet werden kann.
Die Erschließungsarbeiten umfassen u.a. die Baufeldfreimachung und Geländebegradigung, den Bau einer Erschließungsstraße einschließlich der Anbindung an die L 1026, den Bau von Löschwasserbecken und einer Trinkwasserleitung, Anlagen zur Regenwasserableitung und -rückhaltung, die Verlegung von Wasser- und Abwasserleitungen sowie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen (Gehölzpflanzungen auf dem Areal, einen teilweisen Waldumbau im Stadtwald sowie Rekultivierungsmaßnahmen in einigen Ortsteilen Schmalkaldens, z.B. Abriss alter Stallanlagen, Abriss der alten Werra-Brücke über die „Stille“, Rückbau eines nicht mehr genutzten Bahndamms der Trusebahn).
Die Stadt Schmalkalden ist mit rund 19.300 Einwohnern im aktuellen Landesentwicklungsprogramm als Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums eingestuft. Die Gemeinde Schwallungen mit etwa 2.200 Einwohnern befindet sich südöstlich in unmittelbarer Gemarkungsnachbarschaft. Das Unternehmensspektrum im Raum Schmalkalden ist vielseitig und reicht von der metall- und kunststoffverarbeitenden Industrie über die Lebensmittel- und papierverarbeitende Industrie oder Dienstleistungsunternehmen bis hin zu Transport- und Logistikunternehmen. Das Industrie- und Gewerbegebiet Schmalkalden-Schwallungen ist Bestandteil des regionalen Gewerbeflächenentwicklungskonzeptes. Der Standort sollen zudem in den zukünftigen Regionalplan für Südwestthüringen aufgenommen werden.
Stephan Krauß
Pressesprecher