Nach ihren Erfahrungen im Wirtschaftsleben seien vertrauensvolle Beziehungen zu langjährigen Partnern üblich und wichtig. „Dass wir hier vor vollendete Tatsachen gestellt worden sind, ist absolut unüblich und ganz sicher kein guter Stil.“ Die Entscheidung sei um so unverständlicher, als Umsatz und Gewinn des Unternehmens nach ihren Informationen zuletzt deutlich gestiegen seien.
Die Ministerin sagte weiter, der Rückzug von Zalando sei ein herber Rückschlag für den Logistikstandort. Vor allem für die Beschäftigten und deren Familien sei die Nachricht „sehr, sehr bitter“. „Ich kann das nachvollziehen. Die Beschäftigten können sich darauf verlassen: Als Land stehen wir an Ihrer Seite.“ Sollte es wirklich zur Standortschließung kommen, erwarte sie „sozialverträgliche Übergangslösungen und eine Unterstützung bei der Suche nach Beschäftigungsalternativen“ durch das Unternehmen. Sie verwies darauf, dass andere Logistiker in Thüringen weiter auf Wachstumskurs seien und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchten.
Die Ministerin sagte, für den morgigen Freitag sei kurzfristig ein Gespräch mit Zalando und der Stadt Erfurt anberaumt worden, um mehr über die konkreten Pläne des Unternehmens zu erfahren und über Alternativen oder Folgelösungen für den Standort zu sprechen. Dabei werde das Land im engen Schulterschluss mit der Stadt, der Arbeitsagentur und der LEG Thüringen agieren.
Stephan Krauß
Pressesprecher